leckeres veganes Schmorgericht
Moussaka gehört im Libanon zu den klassischen Alltagsgerichten, besonders in den warmen Monaten und während der christlichen Fastenzeit. Als leichtes, pflanzliches Auberginengericht wird es oft lauwarm oder kalt mit Brot gegessen.

Als Kind habe ich schönes Wetter mit bestimmten Gerichten verbunden – vor allem mit Auberginen. Dazu gehörten Ma’loubeh mit Fleisch, das beim Servieren den wunderbaren Moment des Stürzens hatte, und Moussaka, ein rein pflanzliches Gericht, das wir besonders gerne während der Fastenzeit oder an heißen Sommertagen mit frischem Brot gegessen haben. Für mich waren es Glückstage, wenn Auberginen auf dem Teller lagen.
Von „in Öl getaucht“ zu „kalt serviert“
Der Ursprung von Moussaka liegt im Arabischen. Das Wort leitet sich wahrscheinlich vom Ausdruck “musaqqa” ab, was so viel bedeutet wie „in Öl getaucht“ oder „gegossen“. Mit der Zeit und weil die Buchstabe Q im libanesischen Dialekt mit einem schwachen kurzen A ersetzet wird veränderte sich die Bedeutung hin zu Mousa’aa „kalt serviert“, weil man das Gericht typischerweise lauwarm isst. Über die Jahrhunderte wanderte das Gericht weiter nach Westen, erreichte schließlich Griechenland – und entwickelte sich dort zu einem völlig neuen, reichhaltigen Ofengericht mit Fleisch, Kartoffeln, Auberginen und dicker Bechamelsauce.
Die Moussaka meiner Mutter
Die Moussaka meiner Mutter ist ein aromatisches Gericht mit vielen in Scheiben geschnittenen Zwiebeln, frittierten Auberginen und geschälten Kichererbsen, die langsam in der selbstgemachte Tomatensauce geschmort werden. Als Kind habe ich sie dabei fasziniert beobachtet, wie sie die über Nacht eingeweichten Kichererbsen in kleinen Mengen zwischen zwei flachen Tellern rieb, um die Schalen zu lösen.
Sie erhitzte großzügig Olivenöl in einem Topf, briet die Zwiebelscheiben an, gab die geschälten rohen Kichererbsen dazu und schmorte sie mit etwas Wasser, bis sie weich waren. Danach kamen die Tomatenstücke, passierte Tomaten und schließlich die frittierten Auberginen hinzu, alles durfte sanft garen. Für mich war es immer ein Glück, wenn sie in der Fastenzeit vegan für uns beide kochte und dieses Gericht oft auf dem Teller landete– denn mein Vater kämpfte meist gegen veganes Essen, nach dem Motto: Wir seien keine Bauern mehr, um nur Gemüse zu essen. 🙂
Meine Deutsche Moussaka
Ich hasse Frittieren. Deshalb lasse ich die Auberginen im Ofen oder in der Heißluftfritteuse rösten. Je nachdem, wie viel Zeit ich habe, schneide ich sie in Scheiben (für den Ofen) oder in Würfel (für die Heißluftfritteuse). Manchmal schneide ich auch Zucchini dazu, um zwei Gerichte in einem zu vereinen. In der Region meiner Schwiegermutter wird nämlich dasselbe Gericht mit kleinen Zucchini statt Auberginen zubereitet und heißt Mnazale. 🙂
Auch die Kichererbsen schäle ich nur, wenn ich wirklich viel Zeit habe und mir langweilig ist. Ansonsten nutze ich gekochte Kichererbsen aus der Dose oder selbst gekochte aus dem Gefrierschrank. Diese gebe ich erst zum Schluss dazu, da sie bereits weich sind. Gewürzt wird mit Sieben-Gewürz, wobei meine Mutter in fast allen Gerichten Piment verwendet.
die griechische Moussaka
während meines Sprachkurses 2012 in Bonn, lernte ich eine Frau kennen, die lange in London gelebt hatte. Als sie hörte, dass ich aus dem Libanon komme, fragte sie mich sofort nach dem Rezept für Moussaka. Ich erzählte begeistert von dem traditionellen Gericht meiner Mutter. Doch ihre Stirn runzelte sich immer tiefer. Sie hatte Moussaka in England in einem Restaurant gegessen – mit Bechamel und Fleisch. Diese kleine Irritation war für mich der Beginn einer kulinarischen Entdeckung. Ich stellte fest, wie viele Gerichte wir mit Griechenland teilen. Meine Recherche zeigte, dass Moussaqa, wie vielen im Libanon aus dem heutigen Irak stammt und durch einem renomierten Chef in Griechenland neu interpritiert wurde.
Ein Beispiel dafür, wie Gerichte über Grenzen wandern, wie sie sich verändern, anpassen, neue Identitäten entwickeln – und doch ihre Wurzeln behalten. Die moderne libanesische, türkische und griechische Küche teilen sich zahlreiche Grundrezepte durch Jahrtausende von Austausch. Und gleichzeitig trägt jede Version ihre eigene Geschichte, ihre eigene Familientradition weiter.
Das ist was mich an das Essen so fasziniert: Gerichte erzählen nicht nur von Zutaten und Zubereitung, sondern von Begegnungen, Missverständnissen, und Geschichte!

Moussaka
Zutaten
- 1 große Aubergine
- 1 kleine Zucchini optional
- 1 große weiße Zwiebel
- 2 frische Tomaten oder 1 Dose Tomaten
- 1 EL Tomatenmark
- 200 ml Passata
- 200 g Kichererbsen gekocht
- 1 TL Salz
- eine Prise 7-Gewürz
- viel Olivenöl
Zubereitung
- Die Aubergine in Scheiben oder Würfel schneiden, mit Salz bestreuen und 10 Minuten beiseitestellen.
- Die Auberginen abtupfen, mit etwas Olivenöl vermengen und im Ofen ca. 20 Minuten oder in der Heißluftfritteuse ca. 10 Minuten goldbraun rösten (alternativ frittieren). Die Zucchini in Scheiben schneiden und genau wie die Auberginen zubereiten.
- In einem Topf 3–4 EL Olivenöl erhitzen. Die Zwiebel in Scheiben schneiden und bei mittlerer Hitze weich dünsten.
- Stückige Tomaten, Tomatenmark und Passata zur Zwiebel geben und etwa 10 Minuten aufkochen lassen. Bei Bedarf etwas Wasser dazu geben.
- Die gerösteten Auberginen und anschließend die Kichererbsen unterheben.
- Mit Salz und Sieben-Gewürz abschmecken und alles abgedeckt bei niedriger Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen, falls die Sauce zu stark einkocht. Mit Olivenöl beträufeln und vom Herd nehmen.
- Lauwarm mit Fladenbrot servieren. Dazu einen frischen Salad mit Zitronensauce und Olivenöl.
Notizen
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